Alterszahnheilkunde (siehe auch: Hausbesuche und Xerostomie)

Alterszahnheilkunde erfordert weit aus mehr als das schon an sich breite Spektrum des zahnmedizinischen Wissens. Neben hoher sozialer Kompetenz – nicht nur des Zahnarztes, sondern des ganzen Teams – ist auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten anderer Fachrichtungen in der Alterszahnheilkunde unumgänglich. Denn häufig sind in der Mundhöhle Anzeichen für eine Allgemeinerkrankung zu finden, die bisher noch nicht aufgefallen ist. So können Mundschleimhauterkrankungen schwerwiegende Krankheitsbilder entstehen oder erkennen lassen. Und umgekehrt leiden viele ältere Menschen an chronischen Erkrankungen, die bei der zahnärztlichen Behandlung mit ins Kalkül gezogen werden müssen. So kann sich die regelmäßige Einnahme von Medikamenten auf die Maßnahmen der zahnmedizinischen Behandlung auswirken. Zudem muss sich der Zahnarzt bei älteren Patienten auf eine verminderte körperliche und psychische Belastbarkeit, Merkschwäche und Ängstlichkeit einstellen und adäquat reagieren. Nicht alle Senioren sind fit und dann muss der Zahnarzt auch therapeutische, psychologische und pflegerische Kompetenz mitbringen.

Fakt ist: „je älter, desto öfter zum Zahnarzt“, denn das Kariesrisiko steigt, ebenso das Risiko tiefer Taschen, in denen sich Bakterien sehr wohl fühlen. Auch das Zahnfleisch bildet sich zurück, was wiederum zu freiliegenden Zahnhälsen führt. Prothesen, die schaukeln und dringend unterfüttert werden müssen, können die Kieferknochen gefährden und auch sogenannte Habits hervorrufen. Dies sind Angewohnheiten, kleine Ticks, die dem Patienten gar nicht auffallen müssen, die seinem Kauapparat aber zunehmend schaden können und auch sonst den gesellschaftlichen Kontakt erschweren. Auch die Einnahme von Medikamenten, z.B. Herzmedikamente oder Psychopharmaka können sich auf die Mundflora auswirken und z.B. zur unangenehmen Mundtrockenheit führen, die dann wiederum weitere Beschwerden nach sich zieht.